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Warum Kaninchen halten?

Das Kaninchen hat sich in Deutschland zum beliebtesten Kleintier entwickelt; man schätzt die Zahl der Kaninchen in deutschen Haushalten mittlerweile auf über 2,5 Millionen!

Dies hat seinen Grund, denn Kaninchen haben im Vergleich zu Hunden und Katzen einen geringeren Platzbedarf, sind im Gegensatz zu Hamstern tagaktiv, und im Unterschied zu Vögeln oder Meerschweinchen vollkommen ruhig. Sie lassen sich daher oft auch dann noch halten, wenn andere Haustiere nicht in Frage kommen.

Gerade für Kinder ist das Kaninchen ein idealer, unkomplizierter Spielpartner, der ihnen die Liebe zum Tier nahebringt und sie lehrt, für ein anderes Lebewesen Verantwortung zu übernehmen.

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Warum Kaninchen züchten?

Beim Kaninchenzüchter tritt zur Freude am einzelnen Tier noch das Interesse an einer bestimmten Kaninchenrasse und die Faszination, die Eigenarten dieser Rasse am eigenen Tierbestand herauszuarbeiten, indem man, auf Basis der Vererbungslehre, die passende Zuchtauswahl trifft.

Die Ergebnisse seiner Zuchtarbeit kann man sodann auf kleineren und größeren Schauen der Öffentlichkeit und dem sachverständigen Auge des Preisrichters präsentieren.

Kaninchenschauen sind eine Gelegenheit, den erzielten Leistungsstand festzustellen und zu vergleichen. Bundesweit werden jährlich etwa 1 Mio. Kaninchen auf Schauen ausgestellt und von den über 1.000 Preisrichtern nach einem bestimmten Regelwerk bewertet. Das Spektrum reicht von der kleinsten Vereinsschau über Landesschauen bis hin zu Bundesschauen, auf denen fast 30.000 Tiere gezeigt werden.

Züchten im Verein heißt, die Liebe zum Kaninchen mit Gleichgesinnten zu teilen, sich in geselliger Runde über Freud und Leid der Kaninchenzucht auszutauschen, einander mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, und die Öffentlichkeit durch Ausrichtung von Schauen vom gemeinsamen Hobby zu begeistern.

Die Rassezucht verfolgt heute keine ökonomische Zielsetzung mehr, sondern sieht sich als reine Liebhaberei allein der Wahrung und Vervollkommnung des kulturellen Erbes unserer Hauskaninchenrassen verpflichtet. Deutschlandweit teilen über 150.000 Vereinszüchter diese Leidenschaft.

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Seit wann hält man Hauskaninchen?

Die Übernahme des Wildtieres mit der damit verbundenen Betreuung wird als Domestikation (Haustierwerdung) bezeichnet. Beim Kaninchen liegt dieser Beginn bei etwa 300 v. Chr.

Bereits bei den Spaniern und Römern der Antike gehörte Kaninchenfleisch zum Speiseplan. Mit dem Fortschreiten der Zivilisation wurde das Kaninchen weiter verbreitet. Hilfreich war dabei die Fähigkeit des Tieres, sich selbst extremsten Umweltbedingungen anzupassen. Maßgeblichen Anteil an der Domestikation im deutschen Raum hatten die Klöster. Die erste urkundliche Erwähnung des Kaninchens in Deutschland im Jahre 1149 geht auf das Kloster Corvey zurück. Eine planvolle Zucht ist aber bis zum Beginn der Industrialisierung Deutschlands kaum erfolgt. Man ließ die Kaninchen in den Ställen der vielzähligen Bauernhöfe einfach laufen.

In den neuen Siedlungen, die im vorigen Jahrhundert im Rahmen der Industrialisierung errichtet wurden, war nicht mehr der Platz vorhanden, der für die bis dahin übliche Gehegehaltung notwendig war. Die Größe der Grundstücke konnte man besser nutzen, indem man die Gehege praktisch aufeinander stellte. Hieraus entwickelte sich später die heutige Stallform.

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Seit wann züchtet man Rassekaninchen?

Für eine planvolle, zielgerichtete Zucht war die Umstellung vom Gehege auf die heute übliche Buchtenhaltung zur Zeit der Industrialisierung eine wesentliche Voraussetzung. Der Mensch bestimmte von nun an die Auswahl der Zuchttiere und beeinflusste damit nachhaltig die Rassebildung. Bis zum Jahre 1700 waren insgesamt nur 5 verschiedene Rassen bekannt. Die blauen, braunen und gelben Rassen sind erst ab ca. 1800 entstanden, die genetisch schwierigeren Rassen erst sehr viel später, teilweise erst im 20. Jahrhundert.

Eine planmäßige Zucht setzt eine züchterische Organisation voraus, deren Ursprünge fast 140 Jahre (Gründung der ersten Kaninchenzuchtvereine in Deutschland, z.B. 1873 in Hildesheim) zurückreichen. Während in den Anfängen rein wirtschaftliche Sachzwänge ausschlaggebend waren, ist seit den Sechziger Jahren eine Verstärkung der sozialen Komponenten feststellbar. Heute ist die Kaninchenzucht vor allem ein erfüllendes Hobby und eine sinnvolle Freizeitgestaltung aus Sportsgeist und Freude am Tier. Mittlerweile beträgt die Zahl der im Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK) organisierten Züchter etwa 160.000.

Zucht und Haltung der Kaninchen erfolgen heute in modernen, repräsentativen Stallanlagen und auf artgerechte Haltung und Fütterung wird größter Wert gelegt. Durch das gestiegene gesellschaftliche Interesse an Natur und Ökologie konnten neue Personenkreise für die Kaninchenzucht erschlossen werden, die früher nur selten in den Kaninchenzuchtvereinen vertreten waren.

Wenn in der Rassekaninchenzucht nach dem verbindlichen ZDRK-Standard mittlerweile 88 Kaninchenrassen in insgesamt 370 Farbenschlägen gezüchtet werden, so ist dies das Ergebnis einer langen und erfolgreichen Zuchtarbeit. Um die in den etwa 5.000 Kaninchenzuchtvereinen jährlich heranwachsenden Tiere nicht zu verwechseln, werden alle mit einer unterschiedlichen Tätowierung in beiden Ohren gekennzeichnet. Anhand des Abstammungsnachweises und der Kennzeichnung kann die Herkunft eines jedes Kaninchens eindeutig festgestellt werden.

Die Organisation des deutschen Zuchtwesens ist weltweit führend und bildet die Voraussetzung zur Erhaltung der vielen Rassen und Farbenschläge in unterschiedlicher Körperform , -größe und Felllänge. Sie ist Garant für den weltweiten Export deutscher Kaninchen.

Die genetische Vielfalt der anerkannten Rassen ermöglichte für nahezu alle Edelfelle die Erzüchtung eines ähnlichen Kaninchenfelles, womit es der Kaninchenzucht zu verdanken ist, wenn auf Pelze von bedrohten und wild lebenden Arten sowie Raubtieren verzichtet werden kann. Auch der Wollertrag des Angorakaninchens konnte in den letzten Jahren auf immerhin 1 - 1,5 kg Rohwolle pro Jahr gesteigert werden. Dies entspricht im Verhältnis etwa 7 bis 8-mal dem Ertrag, den ein Schaf produziert und führt die Leistungsfähigkeit der Kaninchenzucht anschaulich vor Augen.

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Autoren dieser Info-Seite

M. Bu∂∂e (Hrsg.), I 104 Hude und F. Balogh, F 160 Osterode

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